Paze Estrada
Retrorock straight outta OWL
Als Anfang des 21. Jahrhunderts die nationale sowie internationale Musikszene mit überproduzierten Werken á la Timberland & Co. überflutet wurde, gab es nicht Wenige, die sich die gute alte Zeit der 60’er zurückwünschten, in denen Bands wie the Who, die Beatles oder die Kinks mit minimalistisch produzierter Beat- und Rockmusik Geschichte schrieben.
In den USA begannen die Strokes aus New York 2001 damit, der Rockmusik die Beiläufigkeit zurückzugeben. Wenig später zog das Mutterland der oben genannten legendären Formationen, Großbritannien, mit den Libertines und den Arctic Monkeys nach. Und auch Ostwestfalen hatte seinen Beitrag zur Rückbesinnung auf den Rock; in Herford nahm 2005 ein junger Paze Estrada nach einigen mehr oder weniger erfolgreichen Versuchen in diversen Rock- und Metalbands seine ersten Demos auf Diese sollten, wie er selbst sagt, „den Hörer um 40 Jahre zurückkatapultieren, als Zigaretten noch Standardrequisiten in jedem Hollywoodstreifen waren und der Spritverbrauch von PKWs sich nur unwesentlich von dem der Düsenjets unterschied“.
Besagtes Demo schickte Herr Estrada in die Welt hinaus in der Hoffnung, dabei seinen Teil zum Revival des Rock ’n’ Roll zu leisten. Dass dies in gewisser Form gelang, beweisen ein Feature beim 1Live-„Heimatkult“ sowie ein Airplay in Pariser Szeneclubs. Die wachsende Bekanntheit rief ein Kölner Indie-Label auf den Plan, dass in Zukunft die Werke Paze Estradas vermarkten sollte.
Aufgrund der anstehenden Aufnahmen sowie dem Wunsch live zu spielen, suchte sich Estrada Verstärkung. Diese fand er zunächst in der eigenen Familie. Sein Bruder Travis besetzte von nun an das Schlagzeug, was laut Paze auch daraus resultierte, dass „sich streitende Brüder bekanntlich den Absatz erhöhen“ (siehe die Kinks oder Oasis). Für den Posten an der Gitarre wurde D.A.N. rekrutiert, Paze übernahm neben dem Gesang nun auch den Bass.
In der Folgezeit wurden Songs geschrieben, die 2007 auf dem Debütalbum „Substitute Religion“ gebannt wurden, dass neben den geliebten Sounds der 60’er auch den der 70’er Jahre enthält, sowie Ähnlichkeiten zu anderen bekannten Rockbands der Gegenwart, wie z.B. Wolfmother oder Jet, aufweist.
Direkt nach den Aufnahmen zu „Substitute Religion“ konnte Marco Pelucci als neues, nunmehr viertes Bandmitglied präsentiert werden. Aufgrund seiner Fähigkeiten am Bass übernahm Paze von nun an neben dem Gesang die zweite Gitarre.
In dieser Formation existiert die Band unter dem Namen „Paze Estrada“ bis heute und setzt sowohl live (Support u.a. für Gods of Blitz, Fernsehkonzert bei Kanal 21, Dorf-Rock-Rotation, etc.) wie auch im Studio (Veröffentlichung einer EP 2010) ihre Mission fort, von OWL aus den Retrorock in die Welt hinauszutragen.
