Musikschulen
Was sind öffentlich geförderte Musikschulen?
Musikschulen, die Zuschüsse von Kommunen, Kreisen oder dem Land erhalten, müssen gemeinnützigen Charakter haben und arbeiten nicht gewinnorientiert. Leitgedanke ist die Ermöglichung des Zugangs zu musikalischer Bildung für alle, unabhängig vom gesellschaftlichen Status. Damit übernimmt die öffentlich geförderte Musikschule für die Kommunen den Grundgesetzauftrag, kultur- und bildungspolitische sowie jugend- und sozialpolitische Aufgaben zu erfüllen. Träger können Kommunen, gemeinnützige Vereine oder gGmbH’s sein; gemeinsam ist allen die Mitgliedschaft im Verband deutscher Musikschulen (VdM e.V.), der ca. 1.000 Mitgliedsschulen in ganz Deutschland hat. Organisiert sind die Musikschulen des weiteren in Landesverbänden und nach Regionen, hier der Region Ostwestfalen-Lippe mit insgesamt 23 Musikschulen.
Das Angebot der Musikschulen richtet sich nach dem Strukturplan des VdM. Dieser garantiert ein sorgfältig abgestimmtes Ausbildungskonzept. Die Musikschule bietet eine Musikalische Grundbildung in der vorschulischen Erziehung an. Sie macht ein breitgefächertes Angebot an Instrumental-/Vokalunterricht, ergänzt durch eine Vielfalt von Ensemblefächern verschiedenster Besetzungen. Theorieunterricht und Projekte erweitern das Unterrichtsangebot bis hin zur studienvorbereitenden Ausbildung. Lokale Kooperationen mit allgemeinbildenden Schulen, Kindergärten, Musikvereinen etc. runden das Angebot ab. Veranstaltungen der Musikschule tragen zum örtlichen Musikleben bei.
Stilistisch sind die Musikschulen in der Regel breit aufgestellt: Von der Klassik über Musical zu Rock / Pop und Jazz; die Lernmöglichkeiten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sind fast unbegrenzt.
Die Lehrkräfte müssen eine musikalische Fachausbildung haben; geleitet wird die Schule von einer Fachkraft mit einer musikalisch-pädagogischen Ausbildung. Durch Festanstellungen bieten die Musikschulen den Bürgern/innen Kontinuität in der Ausbildung, was sich in der Breitenarbeit genauso wie in der Spitzenförderung ausdrückt (Wettbewerb Jugend musiziert).
Bei den Gebühren / Schulgeldern werden soziale Gesichtspunkte berücksichtigt (Familien- und Sozialermäßigungen). Die meisten Musikschulen stellen ihren Schülern/innen für den Anfangsunterricht gegen ein geringes Entgelt Leihinstrumente zur Verfügung.
Es folgen in alphabetischer Reihenfolge Kurzportraits der VdM-Musikschulen der Mitgliedsstädte von create.music.owl, spezifiert auf den Fachbereich Popularmusik:
1. Musik- Kunstschule Bielefeld
Die Musik- und Kunstschule der Stadt Bielefeld ist mit ihren 6.000 Schülerinnen und Schülern sowie 121 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte Musik- und Kunstschule in Deutschland. Sie wurde 1956 gegründet und ist auch Mitglied in der Landesarbeitsgemeinschaft kulturpädagogischer Dienste (LKD). Daneben ist die Schule 2008 von der IHK als Ausbildungseinrichtung für Veranstaltungskaufleute zugelassen worden.
Neben über 100 Veranstaltungen, zumeist Ausstellungen, Konzerte und Konzertreisen, sind es besondere Projekte, die in den letzten Jahren für Aufsehen sorgen konnten. Dazu zählt das Weihnachtskonzert „Licht – Bilder – Musik“ in der Altstädter Nicolaikirche genauso wie das Konzert des Sinfonieorchesters in der Disco, die Sommerakademie der Sparte Kunst und das Musical „Tanz um den Hexenkessel“.
Die Popmusikabteilung glänzt seit Jahren durch die Erfolge die die Big Band „Bi-Bop“ erreicht konnte. Höhepunkt war die Verleihung des WDR Nachwuchspreises, den die Band in 2009 in Köln verliehen bekam. Ein weiteres Ensemble in diesem Bereich ist das Percussion-Ensemble „Bi-Cussion“, das jedes Jahr an die 40 Auftritte absolviert.
Die klassische Bandarbeit in der 3er bis 5er Besetzung ist vor Jahren aus Kostengründen eingestellt worden. Im Zuge der Musical-Produktion ist die Bandarbeit wieder aufgenommen worden und es werden heute auch Sängerinnen und Sänger im Bereich Pop-Gesang unterrichtet.
2. Johannes-Brahms-Schule Detmold
3. Musikschule für den Kreis Gütersloh e.V.
Im Auftrag der Stadt und des Kreises Gütersloh versorgt die Kreismusikschule Gütersloh alle kreisangehörigen Kommunen mit qualifiziertem Musik- und Kunstunterricht. Momentan nehmen über 3700 Schülerinnen und Schüler den Dienst der Musikschule in Anspruch. Zusätzlich zum Unterricht stellt die Kreismusikschule Gütersloh mit über 150 öffentlichen Veranstaltungen einen wichtigen Faktor im Kulturleben dar.
Die musikalische Palette ist umfassend und reicht von Klassik bis Pop, angeboten werden Instrumental- und Vokalunterricht, Ensembleklassen und seit 1995 auch Kunstunterricht. Neue Unterrichtsformen wie Workshops oder Kurse erweitern das traditionelle Unterrichtsangebot. In Kooperation mit allgemeinbildenden Schulen und Kindergärten haben sich neue Unterrichtsformen, z.B. Klassenorchester-Projekte, entwickelt.
Die Kreismusikschule hat einen eigenen Fachbereich Popularmusik; Fachbereichsleiter ist Arthur Giesbrecht. In diesem Fachbereich arbeiten 13 Lehrkräfte mit den Fächern Gesang, E-Gitarre, E-Baß/Kontrabaß, Klavier/Keyboard, Schlagzeug, Saxophon. Der Fachbereich unterbreitet ein spezielles Angebot für Bandkombiunterricht, eine Kombination aus Instrumentalunterricht und parallelem Bandcoaching. In Kooperation mit Haupt-, Gesamt- und Grundschulen wird im Fach Musik Bandklassenunterricht erteilt, z.Zt. in insgesamt 7 Schulen. Der regelmäßige Unterricht wird ergänzt durch Wochenendworkshops im Bandcoaching, an denen jeweils ca. 50 Jugendliche teilnehmen. Auftritte der Rockbands sowie der BigBand bei Musikschulveranstaltungen sowie Events in den kreisangehörigen Kommunen runden das Bild des Fachbereichs in der Öffentlichkeit ab. Weitere Informationen unter www.musikschule-guetersloh.de.
